“Der letzte Sieg” – Exkursion nach Bautzen

Auf ihrer 11. Militärhistorische Exkursion beschäftigte sich die Reservistenkameradschaft Vechta mit einem der letzten Kapitel des Zweiten Weltkrieges, der „Schlacht um Bautzen“.

Wie viele deutsche Städte, vor allem an der Ostfront, wurde auch Bautzen in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges zur Festung erklärt und als „Bollwerk“ gegen alliierte Truppen ausgebaut.

Der Kommandeur der „1. Ukrainischen Front“ der Roten Armee, Marschall Iwan Stepanowitsch Konew, eröffnete am 16. April 1945 mit seinem Großangriff den Vorstoß nach Westen und damit die Schlacht um Berlin. Die 2. Polnische Armee unter General Karol Świerczewski sollte dabei im Rahmen der Operation Lausitz die linke südliche Flanke des geplanten Vorstoßes etwa auf der Linie Dresden–Bautzen–Niesky sichern.

Zunächst lief die polnische Offensive in und um Bautzen erfolgreich an. Doch dann wurden die polnischen und sowjetischen Truppen von einem deutschen Gegenstoß getroffen. Es war die letzte erfolgreiche deutsche Panzeroffensive des Zweiten Weltkrieges. 

Über Bautzen und Weißenberg stießen kampfstarke deutsche Panzer- und Infanteriedivisionen nach Nordwesten auf Kamenz vor. Sie schnitten die auf Dresden vorgerückten Verbände der 2. Polnischen Armee von ihren rückwärtigen Verbindungen ab. Ihre zahlenmäßige und materielle Unterlegenheit machten die deutschen Truppen teils durch größere Erfahrung wett. So griff am 23. April 1945 unter anderem die Fallschirm-Panzerdivision “Hermann Göring” in die Kämpfe um Bautzen ein. Der Eliteverband hatte schon in Nordafrika, auf Sizilien, in der Schlacht um Monte Cassino, bei der Ardennenoffensive, in Ostpreußen sowie Schlesien gekämpft.

Bautzen blieb fast bis Kriegsende in deutscher Hand, doch war dies nur ein „Pyrrhussieg“, der viele Menschenleben auf beiden Seiten und auch unter der Zivilbevölkerung kostete, aber letztlich die Kapitulation der deutschen Armee nicht verhindern konnte.

An dritten Tag der Exkursion besichtigten die Reservisten aus Vechta auf ihrer Rückreise das Militärhistorische Museum in Dresden. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr gehört seit seiner Neueröffnung im Herbst 2011 zu den bedeutendsten Geschichtsmuseen Europas. Im Zentrum der Ausstellung stehen der Mensch und die Frage nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt. Unterschiedliche Standpunkte, Sichtweisen und Schicksale spiegeln sich in den über 10.000 Exponaten der Aus-stellung, die von vielen bewegenden Geschichten zeugen.

Die Altbauflügel beherbergen in drei Hallen einen zeitlich ausgerichteten Rundgang durch deutsche Militärgeschichte vom Spätmittelalter bis heute.

Im Neubau erwartet die Besucherinnen und Besucher ein thematischer Quer-schnitt durch die deutsche Militärgeschichte. Zwölf Ausstellungsbereiche zeigen viele unterschiedliche und überraschende Aspekte zu ausgesuchten Themen, wie beispielsweise „Krieg und Spiel“ oder „Militär und Sprache.

Die Kommentare sind geschlossen.